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KUN:ST International informiert: 10.08.2020
Guten Morgen,

schon geht es weiter mit unseren Kommentaren zu Angeboten für Künstler, heute von ArtUpClose, die unter der Überschrift: ⭐️Your Name in Art in America Annual! derzeit unsere Künstler anschreiben.

Lehnen wir uns zuerst kurz zurück und denken nach. Corona hat den Kunstmarkt getroffen wie nur wenige andere Branchen. Es gibt eine ganze Industrie, die sich im Kunstnebenmarkt etabliert hat: Firmen, die Ausstellungen auf internationalen Messen anbieten. Galerien, die ihre Ausstellflächen vermieten, Online Shops oder virtuelle Messen, die wie Pilze auf dem feuchtwarmen Sommerwaldboden schießen und eine Printindustrie, die wahrscheinlich 10 verschiedene Kunstbücher pro Tag mit den 'most talented artist' produziert. Diesem Markt sind in den letzten Monaten dramatisch die Einnahmen weggebrochen und die Anzahl der Mails und Posts korrelieren 1:1 mit der finanziellen Panik, in der sich dieser Markt befindet.

Wer würde zum jetzigen Zeitpunkt ernsthaft in einen Markt investieren, der bereits vor Corona anbieterdominiert war (und nicht nachfragedominiert). Dieser Kunstnebenmarkt finanziert sich zu 100% aus den Gelder der beteiligten Künstler. Und zum jetzigen Zeitpunkt kann ich nur sagen, dass die Angebote, die man erhält und noch erhalten wird, wahrscheinlich eine noch deutlich größere Spreizung zwischen Seriosität und - sagen wir einmal - Kreativität aufweisen werden, als das schon bisher der Fall war.

Soll man jetzt garnichts machen? In jedem Fall würde ich empfehlen, nur das zu tun, das man kennt, entweder persönlich oder durch eine Empfehlung eines Vertrauten. Was dieses konkrete Angebot angeht: ArtUpClose aus New York ist sehr aktiv und bietet alles mögliche an - rund um die Kunst. Zu anderen Zeiten bieten sie Galerieausstellungen an oder Messeteilnahmen.

Mein Kommentar zu denen war bisher immer, dass man 'viel amerikanischen Hochglanz' bekommt für entsprechend viel Geld - aber eben am Ende bekommt man bei denen nicht wirklich etwas Seriöses. Deren Ziel ist es nicht Kunst zu vermarkten, sondern das ist ein Unternehmen, dass seinen Profit mit Dienstleistungen und Services macht, die sie aktiv an Künstler vermarkten. Und in diesem Angebot wird man eben in einem Listing mit 280 Seiten geführt, das keiner haben will und keiner lesen will, ausser denen, die darin abgebildet/abgedruckt sind.

Und wo soll es denn verteilt werden, in einem Amerika, das derzeit weder Kunstmessen hat - noch Kunstinstitutionen, die geöffnet sind. Die werben ja auch mit einer Abbildung der artepo in NY, von der wir wissen, dass sie nicht stattgefunden
hat und keiner kann wirklich daran glauben, dass es in diesem Jahr noch eine Messe Saison in Florida stattfinden wird (das ist das Foto der Scope), eine der Corona Hochburgen. Oder wenn die ART Basel Woche stattfindet, dann wird es eine sehr einsame Woche sein, den mit den jetzigen Reisebeschränkungen sind dann die Amerikaner unter sich.

Was Kunst angeht sind die USA erst einmal für 12 Monate aus dem Rennen und im besten Fall für uns alle findet dann die ART Expo NY 2021 im April statt :-)
Herzliche Grüsse sendet Euch
Andreas Kerstan, 1. Vorsitzender Kunst Stuttgart International e.V.
Euer Andreas Kerstan
1. Vorsitzender
Kunst Stuttgart International e.V.
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